Manifest Wir sind das Whitelabel des Designs.
Kein Name. Keine Agentur. Kein Branding.
Du bist, was man hören soll.
Du bist, was man lesen soll.

Deine Meinung, deine Erfahrung, deine Perspektive.
Und das alles auf einer Ebene,
die nichts von Branding wissen will.
Dein Name zählt nicht. Was zählt, ist dein Wort.
Ein Gespräch, ein Recorder und Dein Statement.


Leitgedanke

Whitelabel, ein Begriff aus der Musik, steht für eine nackte LP ohne einen Hinweis auf den Interpreten oder das Musikstück.

Unbekannte Musiker produzieren sie aus Geldmangel, bekannte Musiker nutzen die Möglichkeit, sich von ihrem Namen zu befreien, um noch unveröffentlichte Songs an einem unvoreingenommenen Publikum zu testen.

In beiden Fällen sind Whitelabel beliebte Unikate für jeden DJ. Befreit von einem Branding entsteht etwas Pures, reine Musik.

Wir sind das Whitelabel des Designs. In einem Beruf, in dem man mit Marken spielt, Identitäten erschafft und selbst zur Marke wird, wagten wir ein Experiment. Was passiert, wenn man die bunte Hülle weglässt? Ergibt sich ein Whitelabel, eine Konzentration auf das Wesentliche oder womöglich nur Langeweile?

Nach vorheriger Absprache mit den Interviewpartner entfernten wir in jedem Interview die Namen, die auf den gesellschaftlichen Status oder die Identität des Designers verweisen. Mit diesem Prinzip erhofften wir uns ehrliche Antworten der Interviewpartner sowie auch eine Unvoreingenommenheit des Lesers. Wir wollten ein reines Interview. Der Inhalt ist die Musik.


Gestaltung

Der Idee von Reinheit und Eindeutigkeit entsprechend ist das Design schlicht und klar.

Im Text erscheinende Markennamen wurden mit einem weißen Balken unkenntlich gemacht.

Um dem Leser eine Eindruck von der Vielfalt der Interviewpartner, vielleicht auch einen Kaufanreiz zu geben, beförderten wir die verbannten Namen wieder an die Oberfläche, indem wir alle aus dem Text genommenen Brands auf dem Buchumschlag abdruckten. Der Umschlag besteht aus Briefmarkenpapier und bietet dem Leser durch Zerschneiden die Möglichkeit, die Brands wieder in die Lücken im Text zu kleben. Hinweise, in welches Kästchen welcher Brand gehört, sind durch das Design gegeben, das alle zusammenhängenden Brands miteinander verbindet. Der Hinweis ist jedoch nur eine Farce. Es bleibt unmöglich für den Leser, die richtige Kombination zu entwickeln.

Karl Badde, Johannes Ziebandt, Jens Ole Mayer & Max Lisewski